Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
Ehrenamt-im-Strafvollzug

Kempten


Homepage Regionen Projekt-Bauernhof Aufgaben LAG Info-Broschüre Verein Anschriften Link

            Kemptener Rathaus                                     Foto: Merz


Zeitungsartikel Schau einfach mal rein!
Eine interessante Information

***********************************

Kunstprojekt

Das Kunstprojekt in und mit der JVA Kempten ist, so schreibt Sabine Titze-Morlok in ihrer Mail, realisiert.
Im ersten Teil konnte in einer groß angelegten Aktion die Bevölkerung Motive an die Gefangenen senden, die als Bilderwand im Speisesaal der JVA installiert wurden.
Im zweiten Teil haben Gefangene ihren Alltag mit der Kamera festgehalten. In intensiver Zusammenarbeit mit den Gefangen entstanden Aufnahmen und Interviews von großer Authentizität und daraus enstand ein Buch,eine DVD, eine Ausstellung und eine Internetseite
Wir würden uns freuen, wenn Sie das Projekt spannend finden.
Viele Grüße
Sabine Titze-Morlok
  Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Justizvollzugsanstalt Kempten

suchen immer Gleichgesinnte, die sie bei der Betreuung von Strafge-fangenen unterstützen.
Sie erreichen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine sehr engagierte und kompetente Gruppe unter:
"Straffälligenhilfe Allgäu e.V."
und per E-Mail

oder wenden Sie sich direkt an die

Referate "Sozialarbeit" der JVA Kempten
Frau Carmen Dietenberger, Dipl. Sozialarbeiterin
Tel. 0831/51266-143
Frau Andrea Daßler-Heydenreich, Dipl. Sozialpädagogin
Tel. 0831/51266-144
Herr Martin Hermann, Dipl. Sozialarbeiter
Tel. 0831/52163-145
Gemeinsame Mail-Adresse: Sozialdienste

Referat "Seelsorge" der JVA Kempten
Frau Annegret Pfirsch, evang. Pfarrerin
Tel. 0831-51266-141
Herr Markus Martin, kath. Pastoralreferent
Tel. 0831-51266-140
Gemeinsame Mail-Adresse: Seelsorger

Kontaktbeamterin und Ansprechpartner
für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Frau Andrea Daßler-Heydenreich, Dipl. Sozialpädagogin
Tel. 0831/51266-144

 


 

Presse:

Gefangene feiern Advent
In zehn verschiedenen Sprachen begrüßt die Deutschgruppe der Kemptener Justizvollzugsanstalt, mit ihrem Gruppenleiter Jakob Wagner die Mithäftlinge bei der jährlichen Adventsfeier. Alle Gruppen der Straffälligenhilfe Allgäu e. V. waren dazu traditionsgemäß eingeladen.
Auch die anderen Programmpunkte gestalteten die Häftlinge weitgehend selbst. Emil Wagner und Rafael Trost, von der Straffälligenhilfe führten durch den Abend. Unterstützt wurden sie dabei von dem Musikertrio Bea Mleschnitzer am Piano, Claudia Rietzler, Gesang und Helmut Rietzler Gitarre, die mit den Gefangenen moderne Adventslieder einübten.
Höhepunkt der Darbietungen war jedoch das kurze Theaterstück „Du bist wunderbar beschenkt“, nach dem Buch von Max Lucado. Die Geschichte erzählt von den Wemmicks, die alle von ihrem Schöpfer Geschenke erhalten haben. Wie sie diese nutzen können, erfahren sie allerdings erst, als sie einer Familie in Not beistehen.
Offensichtlich kommt das Spiel bei den Zuschauern an, denn im Saal ist es auch bei denen ganz still, die den Text nicht verstehen. Die Bilder sprechen für sich.
„Das Spielen hat uns Spaß gemacht“, erklärt ein Mitspieler, als er an den Tisch zurück kehrt. Es hat uns gefallen, dass jeder eine besondere Gabe hat, die wertvoll wird, wenn man sie richtig einsetzt.“ Sein Kollege ist einfach erleichtert, dass alles gut geklappt hat. „Vor so vielen Leuten bin ich noch nie aufgetreten“, meint er.
In der Feier hat alles Platz, was die Häftlinge bewegt. So trägt Markus Martin, der Gefängnisseelsorger einen einfühlsamen Text zum Thema Sterben bei, denn ein Gefangener hat vor kurzem einen nahen Angehörigen verloren.
Eine kleine Besonderheit bieten zwei Russlanddeutsche an. Einer von ihnen hat selbst einen Text mit Melodie verfasst, in dem er empfiehlt, sich mit seinen Nöten an Gott zu wenden. Die ruhige Melodie, zur Gitarre gesungen, lässt den Saal noch einmal still werden.
Dann geht es zu Plätzchen, Obst, Nüssen und Kaffee. Die Männer unterhalten sich über ihre alltäglichen Probleme und die Angehörigen daheim. Die Weihnachtskarten, die ihre Mithäftlinge gestaltet haben, dürfen sie mit nehmen. Am Ende der Feier ist der Advent dann auch hinter Gittern angekommen.

 
Letzte Vorbereitungen für die adventliche Feier in der Kemptener Justizvollzugs-
anstalt trafen die Mitarbeiter der Straffälligenhilfe Allgäu e.V.
v.l. Marianne Mayr, Marianne Wagner, Rafael Trost und Jakob Wagner.


v.l. Marioanne Mayr, Johann Duckhadt und Marianne Wagner


Sangen mit den Häftlingen Adventslieder
v.l. Bea Mleschnitzer, Claudia und Helmut Rietzler.

 

     
Presse:

Gefangene helfen Kindern
Die Stimmung in der Mehrzweckhalle der Kemptener Justizvollzugsanstalt ist gut. Fünfundzwanzig Insassen beugen sich mit konzentrierten Gesichtern über Schuhkartons vor ihnen auf dem Tisch, die sie mit buntem Papier bekleben. Sie arbeiten freiwillig für die Aktion „Weihnachten im Schuhkartion“ Initiatorin Elke Bayerl kommt seit 2005 nach Kempten, um mit den Gefangenen etwas zum Gelingen der Aktion beizutragen. Die Straffälligenhilfe Allgäu unterstützt diese Initiative. Ebenso wie Pfarrerin Annegret Pfirsch, die mit hilft, dass Scheren, Klebstoff und Kartons an der richtigen Stelle sind.
Zunächst zeigt Bayerl einen Film über die Verteilung der Kartons in Rumänien im vergangenen Jahr. Sie erklärt, dass die Pakete auch heuer wieder Richtung Osteuropa gehen. Dort werden sie im Dezember und auch noch im Januar verteilt, da Weihnachten in den Zielländern nicht überall zum selben Termin gefeiert wird. Die Gefangenen arbeiten im Team. Es gibt einen der klebt, der andere schneidet zu. Die Kanten werden sorgfältig glatt gestrichen. „Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel Tapetenkleister nimmt“, meint einer. „Sonst wird das Papier wellig.“ Die Männer sind ganz bei der Sache. Einige haben selbst Kinder und freuen sich, etwas für Kinder in Not tun zu können. Ein anderer hat die Gelegenheit ergriffen, mal aus der Zelle zu kommen und sich gleichzeitig für eine gute Sache zu engagieren. Die Kartons sollen draußen dann von Spendern mit einer Kleinigkeit zum Anziehen, Hygieneartikeln, Süßigkeiten, einem Spielzeug und einem Kuscheltier gefüllt werden, bevor sie auf die Reise gehen. Die Kosten hierfür werden mit einer Spende von 6.00 Euro pro Karton abgedeckt. Als die Gefangenen aufbrechen, stehen mehr als fünfzig fertige Kartons auf den Tischen. „Schade, dass wir schon fertig sind“, meint einer. „Die gemeinsame Arbeit hat Spaß gemacht.“

  Info:
Abgabestellen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gibt es in Kempten und Memmingen.

Informationen dazu unter: www.geschenke-der-hoffnung.de

Weihnachtspakete

Bildinfos:
Mitarbeiter der Straffälligenhilfe, v. L. Emil Wagner, Marianne Wagner, Pfarrerin Annegret Pfirsch, Marianne Mayr und die Initiatorin Elke Bayerl und Helga Heimann freuen sich über die fertiggestellten Kartons.

 

     
Presse:

Ehrenamtlich hinter Gitter und Stacheldraht
Allgäuer Zeitung, 18. 6. 2008
Straffälligenhilfe Ehepaar Wagner opfert seit zehn Jahren Freizeit für die Betreuung von Häftlingen Kempten |eva| Einzelgespräche, Gruppenbegleitungen, Organisation von Konzerten und Weihnachtspäckchen, Beratung von Angehörigen und Einrichten von Wohnungen gehören seit zehn Jahren zum ehrenamtlichen Engagement des Ehepaares Marianne und Emil Wagner. Zunächst als aktive Mitglieder der Straffälligenhilfe Allgäu, heute als Kassierin und erster Vorsitzender des Vereins, stellen sie den Häftlingen der Kemptener Justizvollzugsanstalt viele Stunden ihrer Freizeit zur Verfügung.
Gibst du einem Mörder die Hand? Wie kannst du nur mit so einem arbeiten? Solche Fragen bekam Marianne Wagner oft zu hören. „Es scheint“, erklärte sie, „als hätte der Gefangene nach seiner Tat aufgehört, Mensch zu sein.“ Für das Ehepaar sind jedoch immer der christlich Gedanke im Vordergrund, dass für Gott jeder Mensch wertvoll ist – auch nach einer Verfehlung. „Außerdem“, so der erste Vorsitzende, „fühlen wir uns selber reich von Gott beschenkt und wollen davon etwas weitergeben.“


                       Marianne Wagner                              Emil Wagner,

 

 

Viele kleine Erfolge
Noch nie, so betonen die Eheleute, seien sie von einem Häftling angegriffen oder bedroht worden. Oft hätten sie aber Zeichen der Dankbarkeit als Zeichnung oder Brief erhalten. Stets sei ihnen großes Vertrauen entgegengebracht worden. „Einmal haben Gefangenen zusammengelegt und mir einen Geburtstagskuchen gebacken. Das war für mich ein ganz wertvolles Gebäck!, erinnert sich Marianne Wagner.
Traurig sind die beiden, wenn einer den Weg zurück zur Normalität nicht schafft, einer ihrer Schützlinge draußen an Drogen stirbt oder Häftlinge neu eingerichtete Wohnungen wieder aufgeben, weil sie die falschen Kontakte haben. Es gibt aber auch eine Vielzahl kleiner, die ihnen Mut machen, ihre Arbeit fortzusetzen. Wenn Gefangene in der Freizeitgruppe vergessen, dass sie inhaftiert sind. Wenn einer über sein bisheriges Leben wirklich nachdenkt und Lösungen sucht. Aber auch, wenn der eine oder andere in seinen Beruf oder in seine Familie zurückkehrt.
Um Suchtkranken besser beistehen zu können, absolvieren Wagners sogar einen über acht Monate angelegte Ausbildung zum „Freiwilligen Suchtkrankenhelfer“. Betrüblich ist für die Ehrenamtlichen die geringe Zahl der Aktiven in der Straffälligenhilfe. Derzeit stehen achtzehn aktive Mitgliedern, von denen viele älter als fünfzig Jahre sind, vierhundert zu betreuenden Häftlingen gegenüber. „Es gäbe noch viel zutun“, bedauerte Emil Wagner. „Wir suchen dringend jüngere Leute, die mitten im Leben stehen, Geduld aufbringen und Häftlinge regelmäßig mit ihrer Arbeit unterstützen wollen. Wir dürfen die Menschen hier nicht allein lassen.“

Eva Maria Dörr – Schratt

Über "Was tut die "Straffälligenhilfe Allgäu e.V."?

[ Seitenanfang ]
     
Breakdance als Lebenshilfe

Gefangene, die Breakdance tanzen – macht das Sinn? Stefan Sauter, Tanzpädagoge mit Erfahrungen in den verschiedensten Tanzschulen und vielen eigenen Auftritten zwischen Lettland und Mallorca, beantwortet diese Frage eindeutig mit Ja. Die Straffälligenhilfe Allgäu e.V. lud ihn ein, einer Gruppe von vierzehn Männern, in der Kemptener Justizvollzugsanstalt, insgesamt zwölf Übungseinheiten anzubieten.
Sein Konzept klingt überzeugend. In einem ersten Schritt will er den Häftlingen die Freiheit der Bewegung nahe bringen. Sie sollen sich selbst wieder spüren können. Danach wird das eigene Handeln reflektiert und beurteilt. Daraus resultiert schließlich der Ansatz zur Verbesserung. „Das“, meint Sauter, „lässt sich auf jeden Fall auch auf die Bewältigung von Problemen übertragen.“
Die Männer die sich in der Turnhalle der Justizvollzugsanstalt zusammenfinden, wirken motiviert. Selbst ein Rollstuhlfahrer nimmt am Programm teil. Die rhythmischen Bewegungen fallen zunächst noch schwer. „Ich merke, dass ich noch nie getanzt habe“, meint ein Teilnehmer. Aber auch seine Übungen werden mit der Zeit deutlich fließender. Die Männer finden ihren individuellen Rhythmus.

 

 

Sauter arbeitet mit Lockerungs- und Dehnungsübungen, lässt die Männer an ihrem Gleichgewicht arbeiten und schließlich kurze Schrittfolgen ausprobieren. Er ist überzeugt, dass körperliche Bewegung immer auch Hirn und Herz fordert.
Spätestens die komplizierteren Bodendrehungen geben ihm recht. Die Häftlinge haben nun fast alle ihre T – Shirts durch geschwitzt, im Bemühen, sich möglichst elegant und schnell zur Musik am Boden um die eigene Achse zu drehen. Sauter erklärt die Atemfunktionen und gibt jedem Teilnehmer praktische Tips. Dazwischen zeigt er gekonnt, wie die Form am Ende aussehen soll.
Einige haben schon Erfahrungen mit Breakdance. „Aber“, so meint ein junger Mann,“hier drinnen wird man schnell steif und unbeweglich. Man muss wieder von vorne anfangen.“
Zufrieden wirken sie am Ende der Stunde alle. „Mich befreien diese Übungen hier sehr“, erklärt einer. Meine Kraft wird in die richtigen Kanäle gelenkt und negative Energie wird abgebaut.“
Ein Grund mehr für die Mitarbeiter der Straffälligenhilfe, ihr Projekt weiter zu verfolgen.


Wenn Sie einer dieser Punkte anspricht, sind Sie für eine ehrenamtlichen Mitarbeit
in der JVA Kempten herzlich willkommen.


Homepage Regionen Projekt-Bauernhof Aufgaben LAG Info-Broschüre Verein Anschriften Link
[Ihre Meinung und Rückfragen bitte an LAG ]
© LAG 2012-01-23